Abgeltungssteuer und Fonds

Abgeltungssteuer und Fonds

Ungeachtet der persönlichen Einkommensverhältnisse des Anlegers, bedeutet die Einführung der Abgeltungssteuer für Fonds und Wertpapiere eine erhebliche steuerliche Mehrbelastung.
Bisher waren Kursgewinne aus den genannten Geldanlagen steuerfrei, wenn die Papiere oder Anteile wenigstens 12 Monate gehalten wurden.

Dividenden wurden im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens besteuert, dieses Privileg wird durch die Abgeltungssteuer gekippt.

Wie wirkt die Abgeltungssteuer auf Fonds?

Kapitaleinkünfte, die Anleger durch Kurssteigerung oder Ausschüttungen von Fonds erzielen, unterliegen ab 2009 der Abgeltungssteuer – vorausgesetzt der Sparerpauschbetrag wurde überschritten. Allerdings gewährt der Gesetzgeber einen Bestandsschutz für alle bis zum 31.12.2008 erworbenen Fondsanteile. Sie als Anleger können Gewinne auch noch in 10, 20 oder 30 Jahren steuerfrei einstreichen, wenn Sie die Fonds bis zum Stichtag erworben haben.

Es kann daher Sinn machen, die prozentualen Anteile renditeorientierter Assetklassen kurzzeitig zu erhöhen und die Assetallokation ab 2009 wieder anzupassen. Mehr über diese und andere Möglichkeiten erfahren Sie im Kapitel Abgeltungssteuer vermeiden und umgehen.

Abgeltungssteuer benachteiligt Fondssparpläne

Nicht jeder Anleger hat die finanziellen Möglichkeiten mit entsprechenden Einmalanlagen vom Bestandsschutz zu profitieren. Langfristige Fondssparpläne, beispielsweise zur privaten Altersvorsorge, werden zukünftig besonders benachteiligt. In anderen Ländern gibt es bereits Modelle, die langfristige Geldanlagen günstiger stellen. Es bleibt abzuwarten, ob der bisherige Gesetzentwurf noch angepasst wird. Für Anleger die auf einen Fondssparplan setzen, ergeben sich vor allem drei gedankliche Konsequenzen.

Wählen Sie Fonds die auch langfristig bestehen können

Wählen Sie langfristig aussichtsreiche Fonds für Ihren Fondssparplan. Bei jeder Umschichtung schlägt die Abgeltungssteuer zu. Grundsätzlich haben Branchenwetten, Fonds auf Rohstoffaktien oder Modefonds ohnehin nichts in langfristig orientierten Depots verloren, durch die Abgeltungssteuer werden diese zu einer noch höheren Gefahr für den Anleger. Bedenken Sie: Die wenigsten Fonds werden älter als 20 oder 30 Jahre.

Senken Sie Ihre Kosten konsequent

Je geringer die Kosten einer Geldanlage, desto höher fällt deren Rendite aus. Bezogen auf Fonds ist das ein klarer Zuspruch für passives Investieren. Mit Exchange Traded Funds auf etablierte Indizes sparen Sie nicht nur Gebühren, Sie machen sich zudem auch unabhängig von Fondsmanagern.

Welches Wertpapierdepot derzeit die günstigsten Konditionen bietet, können Sie mit unserem Depot Rechner schnell und unkompliziert herausfinden.

Unterscheiden Sie zwischen alten und neuen Fondssparplänen

Wer bereits vor 2009 Fondssparpläne bespart hat, sollte ein zweites Depot für seine Sparpläne ab 2009 eröffnen. Die meisten Bankinstitute bieten kostenlose Zweitdepots an.

Bei der Entnahme aus dem Depot gilt das first in, first out Prinzip. Es werden also grundsätzlich zunächst die ältesten Fondsanteile, sprich die mit Bestandsschutz entnommen.

Daher sollten Sie ein zweites Depot für Ihre Fondssparpläne ohne Bestandsschutz führen, aus diesem können Sie Gelder dann auch ohne steuerliche Nachteile entnehmen.

Abgeltungssteuer und thesaurierende Fonds

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Anlegern ist die angeblich steuerliche Begünstigung thesaurierender Fonds. Bei thesaurierenden Fonds werden erwirtschaftete Zinsen und Dividenden nicht ausgeschüttet sondern dem Fondsvermögen zugerechnet. Steuerlich gelten diese jedoch als zugeflossen und müssen versteuert werden.

Es gilt also nach wie vor, dass die Erträge der Thesaurierer zu veranlagen sind. Im Gegenzug kann der Anleger dann bei Veräußerung der Fondsanteile den steuerlichen Verkaufspreis umd die Thesaurierungsbeträge verringern.

Abgeltungssteuer und Fondsmanagement

Gewinne aus Veräußerungsgeschäften auf Fondsebene waren bisher steuerfrei, wenn Sie nicht an den Anleger ausgeschüttet und die Spekulationsfrist eingehalten wurde. Dieses Prinzip nutzen vor allem Steuersparmodelle, beispielsweise Geldmarktfonds wie der UniOpti4, die sich in letzter Zeit großer Beliebtheit bei den Anlegern erfreuten.

Diese Bevorteilung entfällt mit Einführung der Abgeltungssteuer. Gewinne die ein Fondsmanager mit dem Verkauf von Wertpapieren erzielt, die er nach dem 31.12.2008 erworben hat, können in Zukunft nur noch steuerpflichtig ausgeschüttet werden. Bedenklich erscheint, dass gerade den erwähnten Steuersparmodellen nach wie vor Milliardensummen zufließen. Werden die Anleger über die Veränderungen etwa nicht aufgeklärt? Ein Schelm wer Böses denkt.

Wie werden Zwischengewinne zukünftig besteuert?

Zwischengewinne sind Erträge, die vom Fonds thesauriert oder noch nicht ausgeschüttet wurden. In Bezug auf Zwischengewinne bleibt die Besteuerung unverändert. Kauft ein Anleger Fondsanteile kurz vor dem Ausschüttungstermin, muss er die Ausschüttungen in Zukunft nur mit 25 % (28 %) versteuern. So werden beispielsweise Rentenfonds auch für Anleger mit höherem Grenzsteuersatz wieder interessanter.

Abgeltungssteuer und VL Fondssparplan

Werden Fondssparpläne mit vermögenswirksamen Leistungen bespart, können – unter Berücksichtigung der geltenden Einkommensgrenzen – attraktive staatliche Förderungen durch die Arbeitnehmersparzulage realisiert werden. Daher ist diese Form des Vermögensaufbaus durchaus beliebt. Ein VL Fondssparplan unterliegt ab 2009 jedoch genau wie ein herkömmlicher Fondssparplan der Abgeltungssteuer.

Leave a Reply