Fondssparen oder Fondspolicen

Fondssparen oder Fondspolicen

Thema: Abgeltungssteuer im Überblick

Aktien und Fonds stehen für hohe Renditechancen. Tagesgeld und Festgeld für flexible und sichere Geldanlage.

Anbetracht der am 01.01.2009 eingeführten Abgeltungssteuer werden fondsgebundene Lebensversicherungen und Rentenversicherungen wieder einen stark in der Gunst der Anleger steigen.

Gleichzeitig dürfte die Attraktivität von eigenen Fondssparplänen sinken.

Gerade bei einem langfristigen Fondssparplan schlägt die Steuer gnadenlos zu. Bei einer dreißigjährigen Laufzeit ließen sich bisher bei acht Prozent jährlicher Rendite stattliche 140.855,06 Euro ansparen. Abzüglich der 25 % Abgeltungssteuer bleiben davon in Zukunft noch 114.641,3 Euro übrig.

Kapitalversicherungen steuerlich im Vorteil

Da Fondspolicen, sprich fondsgebundene Versicherungen, während der Laufzeit nicht direkt der Abgeltungssteuer unterliegen, stellt sich die Frage, welche Variante in Zukunft die Günstigere ist.

Grundsätzlich interessant wird der Ansatz daher, weil Renditen aus Aktien und Fonds zu großen Teilen aus Ertragsausschüttungen und Dividenden bestehen. Diese unterliegen Abgeltungssteuer, sobald sie dem Kapitalanleger zufließen.

Bei einer Kapitalversicherung ist das nicht der Fall. Hier werden die Dividenden und Ausschüttungen angesammelt und erst am Ende der Laufzeit vom Anleger anteilig mit den gesamten Erträgen versteuert. Eine Versicherung bietet sozusagen einen zinslosen Kredit vom Staat, dies kann bei einer langen Laufzeit einen beachtenswerten Renditevorteil bewirken.

Steuerliche Vorteile vs. Kosten

Es ist also durchaus schlüssig, dass die Assekuranz Ihre Produkte als Rettungsanker vor der drohenden Abgeltungssteuer verkauft. Allerdings schmilzt der zunächst offensichtliche Vorteil der Versicherungen bei genauerer Betrachtung dahin.

Grund dafür sind die zum Teil sehr hohen Abschlussgebühren / Vertriebsgebühren und laufenden Verwaltungskosten. Der Anleger zahlt in der Regel:
Abschlussgebühren von 5-6 % oder mehr
Jährliche Verwaltungsvergütungen von 1 % oder mehr
Die Verwaltungsvergütung der fast immer aktiven Fonds ca. 1,5-3 %

Ein weiteres Problem ist die Verteilung der Abschlussgebühren. Diese werden meist in den ersten fünf Jahren der Laufzeit von den Beiträgen einbehalten. Bei 100 Euro monatlicher Sparrate, 20 Jahren Laufzeit und 24.000 Euro Ansparsumme ergeben sich beispielsweise 1.200 Euro Abschlussgebühren. Sie als Anleger zahlen also im Prinzip einen kompletten Jahresbeitrag vorab an die Versicherung.

Bei den meisten Policen schmilzt der steuerliche Vorteil auf Grund der Gebühren dahin. Sie sollten in jedem Fall die Kosten des Produkts im Auge behalten und ganz individuell von einem Experten aufschlüsseln lassen.

Argument der Versicherer – Langlebigkeitsrisiko

Ein immer wieder bemühtes Argument seitens der Versicherer ist die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos, denn die Kapitalversicherung zahlt in der Regel eine lebenslange Leibrente. In Anbetracht der steigenden Lebenserwartungen ist dieses Argument auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Man kann aber entgegenhalten, dass das Alter kein zu versicherndes Risiko, sondern die Rentenzeit planbar ist. Gerade junge Sparer sind meist besser gestellt, wenn Sie zunächst eine staatlich geförderte Altersvorsorge mit der Riester Rente abschließen.

Ein guter Riester Fondssparplan ist in der Ansparphase allgemein kostengünstiger als eine Kapitalversicherung, die Abschlusskosten werden über die gesamte Laufzeit verteilt (außer DWS Riester Rente Premium) und der Anleger ist normalerweise zu 100 % in Fonds investiert. Das ist bei fondsgebundenen Versicherungen ebenfalls eher selten der Fall. Das Langlebigkeitsrisiko ist jedoch auch mit einem Riester Fondssparplan abgesichert.

Individuelle vor pauschaler Betrachtung

Wer die nötige Disziplin aufweist eine Kapitalversicherung langfristig zu besparen, ist mit dieser nicht unbedingt schlecht gestellt. Denn: Kapitalversicherungen sind schwerer zu veräußern (für kurzfristig auftretende Wünsche) und bieten damit eine höhere Sicherheit, dass das Geld auch dann verfügbar ist, wenn es gebraucht wird (nämlich im Alter).

Es lohnt sich auf jeden Fall einmal anhand der eigenen Situation abzuklären, inwieweit die Kapitalversicherung attraktiv ist. Ein wesentlicher Tipp gilt dem schönen Geschlecht: Eine private Rentenversicherung passt sich an die demografische Entwicklung an, Frauen sind bei dieser auf Grund der höheren Lebenserwartung pauschal benachteiligt.

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